Sparring Alexander Alekseev
„Ich habe Respekt vor seinen bisherigen Leistungen, der Enad Licina ist ein netter Junge“, sagt Alexander Alekseev drei Wochen vor dem Duell mit dem Kämpfer aus dem Sauerlandstall in Frankfurt. „Ich habe mir seine Kämpfe auf Video angeschaut, das war schon alles recht ordentlich, aber nicht unbedingt Furcht einflößend. Das reicht lange nicht, um mich zu besiegen, um mir den vakanten Europameistertitel am 4. Februar wegzuschnappen“.
Der in Taschkent geborene und in Hamburg lebende Familienvater Alekseev gibt sich selbstbewusst: „Ich habe bisher hart für diese Chance gearbeitet und ich werde in den nächsten Wochen weiter hart arbeiten. Diese Chance lasse ich mir nicht entgehen, denn ich will noch viel mehr als Profi erreichen“.
Tatsächlich denkt der Schützling von Manager Erol Ceylan und Trainer Oktay Urkal in größeren Dimensionen: „Trotz einiger Rückschläge glaube ich fest daran, dass ich mir auch den Weltmeistertitel holen werde“. Alexanders Chancen auf einen baldigen Titelkampf stehen auch recht gut, schließlich wird der Rechtsausleger bei der WBO auf Rang 6 geführt.
Wie hart der Cruisergewichtler arbeitet, sieht man schon daran, dass er sich nicht scheut, sogar ins „feindliche“ Hamburger Lager zu fahren, um dort zu sparren. Bei Universum, beispielsweise, wie am vergangenen Freitag. „Ich hatte da für Alex an Sparringspartner wie Denis Boytsov, Rachim Tschachkijew oder auch Ruslan Chagaev gedacht,“ erzählt EC-Boss Ceylan, der mit Universum-Boss Waldemar Kluch gemeinsames Sparring verabredet hatte. Doch daraus wurde nichts. Universum-Trainer Michael Timm „spielte“ nicht mit.
Kluch: „Ich hätte das vorher alles besser mit Timmi absprechen müssen. Aber ich muss seine Haltung verstehen und akzeptieren, schließlich haben wir ja am 28. Januar selbst einen Kampftag in Hamburg – und da ist Timmi schließlich für den sportlichen Erfolg verantwortlich“. Sollte es also mit der Zusammenarbeit zwischen Universum und EC Box Promotion schon vorbei sein? „Nein, nein“, wehrt Kluch ab, „nur werde ich das beim nächsten mal besser mit Timmi im Vorfeld bereden“.
Alekseev drehte trotzdem einige Sparringsrunden. Und wie! Sechs mit drei verschiedenen Partnern - der Amateur-Weltmeister von 2005 erteilte den Jungs aus der zweiten Reihe jedesmal eine wahre Box-Lektion. Trainer Oktay Urkal: „Das ist eben Boxen vom Allerfeinsten und das wird Alex auch in Frankfurt zeigen. Da ist doch klar, wer den Europameistergürtel mit nach Hause nimmt“!




